In ganz Deutschland live oder digital für dich da
+491798708389
info@johannesmairhofer.de

Warum digitale Barrierefreiheit für deine Webseite sinnvoll ist

Ein Segelflugzeug steigt in den blauen Himmel auf. Man sieht gerade noch die Zugschnurr, die das Flugzeug gezogen hat.

Das Netz ist für uns alle da

Alles ist vernetzt, nahezu jede Information ist immer nur einen Klick entfernt und auch dieser Blogbeitrag ist für dich lesbar, egal wann und wo.

Eine Info vorab: Dieser Beitrag erschien zuerst bei sixhop.net, die die ich zum Zeitpunkt der Veröffentlichung gearbeitet habe. Vor und nach dieser Veröffentlichung arbeite ich eng mit sixhop zusammen, bin aber nicht mehr dort angestellt.

Das Internet ist schon lange keine reine Informationsquelle mehr, sondern begleitet uns in alltäglichen Situationen. Termine bei Ärzten werden über die Homepage abgeschlossen, Ware wird online bestellt und auch die Kommunikation hat sich in den letzten Jahren stark verändert. Ein Leben und Arbeiten ohne Internet ist somit in unserer modernen Industrie quasi nicht mehr vorstellbar.

Doch das Internet bietet auch einige Barrieren, die die Nutzung erschweren oder unmögliche machen können. Bei dem Begriff „Barrierefreiheit“ denken wir im Alltag oft an Gebäude, die Kinderwägen, ältere Personen oder Rollstuhlfahrer nicht zugänglich sind.

Was ist eigentlich digitale Barrierefreiheit im Internet?

Hier bezieht sich der Begriff auf zwei Aspekte, die das Netz ausmachen:

  • Zum einen auf eine Gestaltung der Inhalte, die für alle Nutzer wahrnehmbar, bedienbar, verständlich und robust für verschiedene Technologien sein sollte.
  • Zu anderen auf die technische Umsetzung, Steuerung und Navigationsfähigkeit der Seite.

Oft wird die digitale Barrierefreiheit leider in einer Nische für Menschen mit Behinderungen gesehen. Die digitale Barrierefreiheit ist aber nicht nur für Menschen mit bestehender Behinderung relevant, sondern kommt uns allen zugute.

In diesem Beitrag möchte ich dir zeigen, warum die digitale Barrierefreiheit wirklich für alle wichtig ist und aus der Nische der Behinderungen raus muss.

Blick auf einige potentielle Einschränkungen. Und Lösungen.

Ortsgebundene Einschränkungen

Auch wenn wir fast durchgehend online sind, ist die Bandbreite gerade in Deutschland leider noch nicht flächendeckend gut ausgebaut.

Stelle dir nun einmal vor, dass Du im Zug von München nach Hamburg sitzt und im Netz surfen möchtest. Neben spannenden Artikeln finden sich natürlich auch zahlreiche sehenswerte Bilder, die den Text anreichern sollen.

Texte sind in der Regel nur wenige Kilobyte groß und können daher schnell geladen werden. Bilder dagegen setzen eine hohe Bandbreite voraus. Leider ist dies in Deutschland nach wie vor nicht flächendeckend umgesetzt.
Wenn die Bilder aber nun mit Bildbeschreibungen versehen sind, kannst du wahrnehmen was auf dem Bild zu sehen wäre.

Text-Alternativen zu Bildern helfen hier also allen, bei denen aus welchen Gründen auch immer Bilder nicht angezeigt oder geladen werden können.

Technische Herausforderungen

Mit dem Wandel der Kommunikation und dem Wunsch nach Verfügbarkeit von Informationen wuchs in den letzten Jahren die Anzahl der internetfähigen mobilen Geräte.

Längst sind nicht nur Laptops und Smartphones ständig online, sondern auch Smartwatches, Kühlschränke und digitale Assistenten für Zuhause.
Durch diese Vernetzung ergänzen Siri und Alexa, die bekanntesten digitalen Helfer, voll vernetzt Deine Einkaufslisten, lesen Kochrezepte vor, spielen Musik ab oder sagen Dir, ob Du heute Abend einen Schirm brauchst oder nicht.

Technologien wie digitale Assistenten gab es vor wenigen Jahren noch gar nicht. Aber gerade diese benötigen digitale Inhalte, die auf eine bestimmte Art und Weise aufbereitet sind.

Denke gern zukunftsorientiert. Auch Deine Webseite sollte von Anfang an responsiv gestaltet und so zugänglich wie möglich sein, damit die Inhalte von so vielen Menschen und Maschinen wie möglich gelesen, gesehen und gehört werden können.

Sprachliche Unterschiede

Bei digitalen Inhalten wirst Du nicht nur auf menschliche oder technische Herausforderungen stoßen, sondern auch auf sprachliche oder zwischenmenschliche.

So kann beispielsweise eine Leseschwäche dazu führen, dass die Inhalte Deiner Website für die Besucher*innen nicht richtig nutzbar sind. Aber auch Menschen die eine andere Muttersprache sprechen oder deine Texte aus einem anderen Blickwinkel sehen können hier an ihr Grenzen stoßen.

Denke hier gerne an Deine Leser*innen. Sprichst Du ein Fachpublikum an oder möchtest du eher möglichst viele Menschen erreichen?

Deine Inhalte sollten daher immer so einfach wie möglich gehalten werden. Verzichte am besten auf Fremdwörter wo sie nicht benötigt werden oder lange Schachtelsätze.

2 Sinne Prinzip

Beim 2‑Sinne-Prinzip geht es um Wahrscheinlichkeiten. Rein statistisch ist es viel unwahrscheinlicher, dass zwei Sinne eingeschränkt sind als „nur“ ein Sinn. Wenn Du deine Inhalte so aufbereitest, dass sie von zwei Sinnen wahrgenommen werden, erreichst du damit mehr Nutzer*innen. Denke gerne wieder an:

Die volle U‑bahn

In der vollen U‑Bahn möchtest du bestimmt keine Töne zu den laufenden Videos abspielen.
Für Deine Besucher*innen kannst du direkt in YouTube Untertitel zu den Videos erstellen.

Die langsame Verbindung

Durch die eingeschränkte Bandbreite werden keine Bilder angezeigt, weiterführende Informationen zu Artikeln geht dadurch verloren.
Für Deine Besucher*innen kannst du Deine Bilder mit Bildbeschreibungen versehen, hier bietet die WordPress Mediathek direkt die Möglichkeit, Bilder zu beschreiben.
Auch viele soziale Netze wie Twitter oder sogar Instagram bieten Möglichkeiten Bilder zu beschreiben.

Menschlichkeiten

Fakt ist, dass nur ein kleiner Teil aller Behinderungen von Geburt an bestehen.
Alle anderen Einschränkungen entwickeln sich erst im Laufe des Lebens. Wie du in den oben erwähnten Punkten erfahren hast, können auch Menschen ohne eine Behinderung in Situationen kommen, in der eine barrierearme Webseite von Vorteil ist.

Denke aber neben den von außen beeinflussten Barrieren ebenfalls an Bequemlichkeit. Auch mit einer Einkaufstüte in der einen Hand möchtest Du dein Smartphone mit der anderen Hand bedienen und digitale Inhalte konsumieren können.

Denke abschließend noch an gesellschaftliches Miteinander und stelle Dir sich vor, Du bist in der U‑Bahn, in einem Wartezimmer oder sonst wo unterwegs und Du bekommst ein Video zu sehen.
Natürlich möchtest du mit dem zugehören Ton nicht die anderen um Dich herum stören, daher freust Du und alle anderen sich wenn das Video mit Untertiteln versehen ist.

Auch das ist digitale Barrierefreiheit, denn hierbei handelt es sich um das Zwei-Sinne-Prinzip.