Blackberry

Tschüss XING (und hallo LinkedIn)

Liebes XING,

wir haben uns kennen gelernt, da warst du noch ein kleines feines Business-Netzwerk namens openBC.
Das waren noch Zeiten.

Du warst damals schlicht und funktional.
Reduziert aufs Wesentliche.
Sinnvoll, praktisch, einfach gut.

Es war Liebe auf den ersten Blick.

Du hattest damals diese Gruppen, in denen echter Austausch stattfand.
Das war toll, es gab zu jedem Thema nur wenige oder sogar nur eine Gruppe.

Durch dich hab ich damals noch viele Menschen kennen gelernt.
Kunden akquiriert.
Mich mit Kollegen ausgetauscht.
Spaß gehabt.

Der Austausch und echtes Netzwerken stand klar im Vordergrund.

Irgendwann hast du dich umbenannt, es kam die AG und die Börse, große Investoren, die dann wohl die Lieblosigkeit mitbrachten.

Jetzt gibt es zu jedem Thema gefühlte 1000 Gruppen, in denen es keinen Austausch mehr gibt.
Jeder stellt sich nur vor um sich zu vermarkten.
Keiner gibt mehr Antworten.
Durch die vielen Gruppen gibt es auch kaum Überblick mehr.

Dazu kommen etliche Funktionen, die dich aufblähen.
Dich damit uninteressant für mich machen.

Deine Coaches.
Die Jobbörse.
Die Recruiter.
Die News-Abteilung.
Seltsame Partnerschaften, die mit dem Ursprung von openBC nichts mehr zu tun haben.
Alles um die Premium-Mitgliedschaft zu verscherbeln…

Der Austausch gerät in den Hintergrund, wird unwichtig.
Das, warum wir damals so gut harmoniert haben, ist nicht mehr.

Das bist nicht mehr du.

Du hast dich verändert, ich vllt auch. Wir passen nicht mehr zusammen.

Schade das du dann auch noch die Trennung so schwer machst.
Stell dir vor, ich musste googlen, wie ich dich verlassen kann.
Das ist doch keine Art, das gehört sich nicht.

Nach vielen Jahren Mitgliedschaft, die miesten davon als Premium-User, merke ich.
Es war eine schöne Zeit mit dir, aber sie ist vorbei. Leider.

Wenn du mich suchst, ich hab was neues. Du findest mich drüben. Bei LinkedIn.

Dozent und Berater

Heute gibt es mal ein kleines Update zur Selbstständigkeit.

In diesem Beitrag habe ich es schon erwähnt, hier aber nochmal ausführlicher:

Nach einem kurzen Abstecher in die Vollzeit-Anstellung bin ich seit einiger Zeit wieder freiberuflich unterwegs und baue meine Arbeit als Dozent und Berater aus.

Hier unterrichte ich z.B. an Akademien oder in Schulungseinrichtungen in den Bereichen WordPress. Außerdem gebe ich Kurse in kleinen Gruppen für Social Media oder Lightroom.

Ich erkläre also z.B. Freibuflern, wie und warum sie Facebook oder Twitter nutzen können und gebe Tipps beim Start in die eigenen Social Media Kanäle und die Social Media Strategie.

Die meisten der Themen biete ich auch als Einzelcoaching an, so kann ich ganz speziell auf die Bedürfnisse meiner Kunden eingehen und komplett individuell beraten, was für wen am besten funktioniert.

Ein paar meiner Kunden haben mir hierfür auch ganz tolles Feedback geschrieben, dafür vielen Dank.

 

Bloggen ohne Blog

Die Zeit, in der nur Nerds und Spezialisten eigene Blogs hatten ist längst vorbei.
Immer mehr Menschen starten einen eigenen Blog, die Gründe hier sind so vielseitig wie die Blogger selbst: Austausch von Interessen, Geltungsbedürfnis, der Versuch Geld zu verdienen oder einfach nur aus Spaß.

Auf der anderen Seite versuchen die großen Plattformen, die Nutzer im eigenen Kosmos zu halten. User sollen Beiträge direkt bei Facebook, LinkedIn oder demnöchst bei Twitter schreiben.

Wo geht diese Entwicklung hin und was bringt sie mit sich? Meike Leopold ruft in Ihrem Blog zur Blogparade zu dem Thema „Bloggen ohne Blog“ auf, bei dem ich natürlich gerne mitmache und ihre Fragen hier beantworte.

 

Wie werden sich diese Entwicklungen auf uns Blogger, auf die Blogosphäre auswirken?

Immer mehr Netzwerke versuchen, immer mehr User im eigenen Kosmos zu halten. Das zeigt ganz aktuell das Beispiel von Twitter, die sich, zumindest zum Teil, von ihrem 140-Zeichen Limit lösen wollen. Ich befürchte, dass dadurch immer mehr Inhalte einfach in alle potentiell interessanten Netzwerke kopiert werden und man so alles mehrfach in die Timeleines gespült bekommt. Noch schlimmer als das eh schon der Fall ist.

 

Welche Chancen bieten die neuen Angebote? Haben sie das Potenzial, Blogs langfristig abzulösen?

Die User, die schon im betreffenden Netzwerk sind, haben es leichter die Artikel zu lesen. Wir können die Freunde oder Follower so einfacher dazu bringen, unsere Artikel zu lesen und vllt sogar zu teilen. Es muss kein Kanalwechsel stattfinden, z.B. vom Tweet zum eigenen Blogbeitrag. Wir können also theoretisch die Beiträge die wir IM Netzwerk schreiben für die Freunde/Fans/Follower anpassen und so potentiell mehr Leser erreichen.

 

Welche Risiken birgt es, wenn wir uns mehr und mehr auf Drittplattformen für die Publikation unserer Inhalte verlassen?

Wir verlassen uns auf die Plattform und es besteht die potentielle Gefahr, dass es die Plattform nicht ewig gibt. Klingt erstmal unwahrscheinlich das es Facebook irgendwann nicht mehr geben wird, aber an MySpace oder StudiVZ sehen wir, das Plattformen auch sehr schnell wieder verschwinden können.
Außerdem sind die Inhalte dort, je nach Einstellung, oft nur für die angemeldeten User sichtbar und je nach Netzwerk geben wir auch die Rechte an unseren Texten ab.

 

Brauchen wir noch wirklich noch ein eigenes Content Hub? Ist es nicht eigentlich egal, WO wir unsere Beiträge schreiben?

Brauchen? Nein. Sinnvoller erscheint es mir aber doch. Die Kosten für bisschen Speicher und eine eigene Domain sind überschaubar und wir können selbst steuern wem wir die Daten und warum geben. Der von Meike genannten „My Blog is my Castle“ Theorie stimme ich zu, auf meinem Blog gehören die Inhalte mir, ich entscheide selbst wenn ich Artikel wieder löschen will und bin unabhängig vom Netzwerk. Selbst wenn mein Provider schließen sollte, kann ich meine Inhalte problemlos umziehen.
Ein weiterer wichtiger Punkt von eigenen Blogs sind die RSS Feeds, mit denen unsere Leser unsere Beiträge mit Feed-Readern ganz einfach abonnieren können.

 

Gibt es gar kein „Ent oder weder“?

Wir können natürlich mehrgleisig fahren, auf anderen Netzwerken auf unseren Blog hinweisen etc. Aber bitte in Maßen und aufs jeweilige Netzwerk angepasst. Automatisch die Beiträge in alle verbundenen Netze schicken ist zwar einfach, aber nervig für Freunde/Follower etc.

 

Werden wir in Zukunft überhaupt noch von „Blogs“ sprechen?

Ja.

 

Welche Strategien sollten Hobbyblogger, Solopreneure oder Unternehmen angesichts der zunehmenden Unübersichtlichkeit der Angebote bei der Content-Verteilung verfolgen?

Auf eigenen Content setzen und parallel in den passenden Netzen aktiv sein. Wenn man kein großes Unternehmen ist, das Mitarbeiter dafür einsetzen kann in allen relevanten Netzen aktiv zu sein, empfehle ich Solopreneuren und Freiberuflern sich auf 1-2 Netze zu reduzieren und dort aktiv zu sein.
„Tote“ Profile in allen Netzen zu haben bringt meiner Meinung nach nix.
Sucht euch das Netzwerk das zu euch passt und seid dort aktiv, gibt Ratschläge und Tipps, Zeigt euch als Kompetent. Verweist gerne in Maßen, auf euren Blog. Aber übertreibt es nicht, das wird sonst schnell nervig.

Und vor allem: postet nicht eure Blogbeiträge automatisiert in alle Netze. 

 

Nachtrag:

Beim Ironblogger Stammtisch habe ich mit Meike über die Blogparade gesprochen und dabei entstand noch ein Punkt der mir wichtig ist:
Ich lese Artikel und Blogbeiträge oft nicht direkt beim surfen am Bildschirm, sondern speichere sie im Pocket oder abonniere den Blog mit Feedly und lese die Artikel dann später, irgendwann, irgendwo anders wo ich eben grade Zeit und Lust habe. Das geht bei den meisten Beiträgen in internen Netzen nicht. Allein deswegen lohnt sich der Blog schon.

 

Und was glaubt ihr? Macht doch auch mit bei der Blogparade.