So geht digital

Hurra, kurz vor Jahresende nochmal eine schöne Blogparade. Diesmal zum Thema „digitale Development Goals“.

Zielgruppe sind zwar eigentlich verschiedene NGOs, aber Digitalisierung ist ja auch zu einem Stück Revolution, so bin ich einfach so frei und mach trotzdem mit und beantworte die Fragen aus dem original Blogparaden Aufruf. Dort wird auch erklärt, was „Development Goals“ eigentlich sind.

Die Fragen beziehen sich teilweise auch auf NGO-Themen, ich kommentiere daher teilweise die Antworten in Bezug auf meine Projekte, darauf gehe ich dann in den Antworten aber natürlich nochmal kurz ein.

Hier sind jetzt die Antworten:

Geht ihr Sparsam mit den Daten eurer Nutzer*innen um?

In diesem Magazin und auf den Seiten von johannesmairhofer.de gibt es keine Nutzerdaten, da kann ich das also definitiv mit „ja“ beantworten.
Im Projekt speakabled.com gibt es Nutzerdaten, hier werden aber nur diejenigen Daten gespeichert, die die Nutzer freiwillig angeben.
Speakabled. ist eine Plattform, in der Sprecher*innen mit Behinderung sich und ihre jeweilige Kompetenz zeigen und nach außen Darstellen können. Hierzu ist es natürlich wichtig, die Daten, mit denen sie gefunden werden möchten, anzugeben. Jedes Profil kann aber von den Sprecher*innen selbst mit Inhalten gefüllt und auch deaktiviert werden, es sind keine komplizierten Vorgänge nötig um sich abzumelden etc. Alles ist darauf ausgelegt, den Usern so viel Macht wie möglich auf das eigene Profil zu geben. Die Daten werden außerdem an keinem anderen Ort als dem Profil selbst gespeichert.

Verzichtet ihr auf Analytic-Tools?

Früher hatte ich lange Ziet Google-Analytics aktiviert, seit Inkrafttreten der DSGVO habe ich aufgeräumt und Analytics, Kommentare und alle Datenhungrigen Plugins deaktiviert und gelöscht. Dies hab ich auch in der DSGVO Infoseite ausführlicher beschrieben. Auch in den anderen Projekten ist derzeit kein Analyics Tool integriert.

Das ist einerseits schade, weil ich es schon interessant fand, wieviele und woher meine Besucher kommen. Aber der Datenschutz geht vor und so wichtig ist es mir tatsächlich nicht.

Seit einigen Tagen habe ich die „Google Search Console“ die nicht direkt auf meiner Webseite passiert, sondern speichert, mit welchen Sucheinträgen Besucher, die Google nutzen, bei mir landen. Dieses Vorgehen ist nach meinem jetzigen Kenntnisstand DSGVO Konform umsetzbar, vor allem da keine personenbezogenen Daten für mich sichtbar sind.

Gestaltet  ihr eure Webseite und Angebote barrierearm?

Die digitale Barrierefreiheit ist ein wichtiges Thema und u.a. auch Thema meiner Workshops, Vorträge und einiger Fachartikel, die ich als Autor schreiben durfte.

Meine eigenen Inhalte versuche ich selbstverständlich so barrierearm wie möglich zu gestalten. Dazu gehört eine konsistente Aufbereitung der Texte, hirarchische Überschriften, Bildbeschreibungen bei inhaltlich relevanten Bildern und eine leicht zu verstehende Sprache.

Bei meinem Lieblingsnetzwerk Twitter füge ich immer eine Bildbeschreibung hinzu. Diese kann von Menschen, die z.B. Screenreader oder Braille-Zeilen benutzen, vorgelesen werden.

Leider kann in der normalen App die Bildbeschreibung meines Wissens nach nicht einfach eingeblendet werden. Man sieht dort immer nur seine eigene Bildbeschreibung bei eigenen Tweets, die der anderen nicht. Hier wünsche ich mir eine Funktion von Twitter, die das ermöglicht, Denn so könnte ich auch mit schlechter Internetanbinung die Bilder der anderen zumindest wahrnehmen, auch wenn die Bilder selbst nicht geladen werden. Ihr findet mich bei Twitter als @photonity

Wie setzt ihr digitale Teilhabe in eurer Organisation um?

Eine spannende Frage. Da ich keine Organisation bin, formuliere ich sie für mich etwas um:

Wie digital bist du?

Derzeit bin ich dabei mein Büro weitestgehend Digital zu führen. Seit mein Drucker Anfang des Jahres kaputt gegangen ist, habe ich mir keinen neuen mehr gekauft. Mein Steuerberater akzeptiert Belege als digitale PDF Dateien, hat mir aber empfohlen originale Rechnungen, die ich via Post bekommen habe, aufzuheben.

Die meister Rechnungen die ich erhalte sind allerdings tatsächlich bereits in PDF Form, ausgehende Rechnungen verschicke ich ebenfalls als PDF.

Sollte ich Papierbelege erhalten, werden diese via App digitalisiert und in Dateisysteme abgespeichert. Die wenigen Originale die ich noch erhalte werden in analoge Ordner archiviert 🙂

Aber auch alles andere außerhalb der Buchhaltung löuft weitestgehend Digital.

  • Bahn- und Eintritts-Tickets erhalte ich via Eventbrite und Bahn-App ausschliesslich digital
  • Wegbeschreibungen laufen via Google-maps oder Öffi
  • Rechnungen und Buchhaltungsbelege wie erwähnt als PDF
  • Kommunikation via Chat, SMS oder E-Mail

Wo liegen hier eure größten Herausforderungen und Hindernisse?

Im großen und ganzen funktioniert das für mich bereits sehr gut.

Etwas schade finde ich die fehlende Möglichkeit von Besucher-Analyse.
Mir ist bewusst dass es DSGVO-Konforme Analytics Tools gibt, allerdings ist es mir nicht wichtig genug um mich hier einzulesen. Die Daten bzw der Schutz dieser ist mir wichtiger als zu wissen, welche Bessucher sich hier aufhalten.

Wenn ich (potentiellen) Kunden und Geschäftspartnern von meinem papierlosen Büro erzähle, begegne ich dem meist mit Interesse.
Ddie allermeisten haben dafür Verständnis und akzeptieren papierlose Kommunikation.

In seltenen Fällen, z.B. bei Anträgen oder Verträgen, bestehen manche Kommuikationspartner auf das ausgedruckte Papier.
Dann versuche ich immer mit „sorry ich habe keinen Drucker, weil ich 2020 lebe“ zu argumentieren. Wenn selbst das nicht hilft, entscheide ich: Ist es mir wichtig? Dann suche ich mir eine Möglichkeit des Drucks. Ist es mir nicht wichtig, lasse ich es bleiben.

Funfact am Rande: Sogar auf den Münchner Medientagen war bis vor kurzem noch eine Anmeldung via Fax gewünscht. Auf Rückfrage, ob angesichts des Datum (es war 2018) auch ein PDF via Mail akzeptiert wird, bekam ich die mit Smiley versehene Antwort, das sei selbstverständlich auch machbar.

Es geht also, manchmal muss man nur fragen.

Passend dazu möchte ich auch auf eine ähnliche Blogparade hinweisen: digitale Teilhabe