Ruf mich nicht an

Vor einiger Zeit habe ich in den Links zum Wochenende mit Verlinkung auf diese Webseite schon mal kurz erwähnt, wie ich zum telefonieren stehe. Seit dem kommt das Thema in meiner Timeline immer wieder auf, daher möchte ich heute nochmal etwas ausführlicher darauf eingehen.

 

Busy

Klingt jetzt doof, ist aber so: Ich bin immer beschäftigt.
Sei es Workshops vorbereiten, Coachings geben, Blogbeiträge verfassen, lesen, twittern oder Bier trinken. Egal, irgendwas ist immer.

Ein Telefonanruf passt nie. Er reißt mich immer aus dem was ich gerate mache heraus.
Natürlich könnte man nicht rangehen, das Telefon lautlos stellen oder ausmachen. Aber ihr wisst ja, wie das ist: Das will man auch nicht.
Vor allem müsste man dann ja zurückrufen, was uns wieder zum Anfang des Absatzes bringt: ich bin immer beschäftigt.

 

Höflichkeit

Nicht nur bei mir selbst, Anrufe in der Öffentlichkeit empfinde ich auch von anderen als unhöflich.
Oft sitze ich in der Bahn und muss Gespräche bzw Monologe mithören, von Menschen, denen es nicht um sehr wichtige Dinge geht, sondern denen schlicht und ergreifend langweilig ist.
Da wird dann der gesamte durchlebte Tag der besten Freundin oder einem Anrufbeantworter erzählt, was weiß ich wer am anderen Ende der Leitung ist.

Klar, wurden Telefone erfunden um damit zu telefonieren. Aber spätestens seit es Smartphones gibt, kann man damit gut und komfortabel schreiben. Wunderbarer Nebeneffekt: Man nervt andere nicht mit Belanglosigkeiten.

 

 

Kanalwechsel & Archivierung

Ein Wechsel des Kommunikationskanals ist immer nervig.
Wenn man mit E-Mails angefangen hat, ist es auch sinnvoll damit weiter zu machen, so ist die gesamte Kommunikation gebündelt.

Angenehmer Nebeneffekt: Da die meisten der Chats oder Messenger alles archivieren, kann ich auch vergangene Gespräche und Diskussionen später durchsuchen. Das hilft oft bei Unklarheiten.

Wenn ich z.B. eine Adresse oder einen Treffpunkt tippe, kann ich diese Adresse direkt in einen Termin oder Google Maps übertragen, Tippfehler oder unklare Angaben werden dadurch unwahrscheinlicher.

 

Bitte bleibt bei einem angefangenen Kanal.
Außer der angefangene Kanal ist ein Telefon, dann darf gern gewechselt werden. 🙂

 

Unter Druck

bei Anrufen setzt der Anrufer den angerufenen unter Druck. Man erwartet, das der andere auch gerade jetzt Zeit hat wenn man selbst Zeit hat oder telefonieren will. Das ist aber sehr selten der Fall, meistens hat der andere eben gerade keine Zeit. Telefonverkäufer wissen das und nutzen diesen Vorteil, den anderen zu überrumpeln oft für unseriöse Methoden aus.

In einer digitalen Text-Diskussion kann ich reagieren, wenn ich Zeit habe und der andere kann auch wieder reagieren, wenn er Zeit hat. So kann jeder der beiden Teilnehmer selbst entscheiden wann er reagiert.

 

Fazit zur Kommunikation

Auch wenn das jetzt anders herüberkam: Wirklich, ich liebe Kommunikation.
Ich unterhalte mich gerne, bin viel unterwegs, gerne unter Menschen und diskutiere über die verschiedensten Themen.

Auf den verschiedensten Kanälen.

Schreibt mich an wie ihr wollt. Facebook Messenger, Whatsapp, Threema, Twitter, Email und wenns sein muss auch über SMS. Ich reagiere meistens schnell.

Aber ruft mich bitte nicht an.

Danke.

Johannes

Hallo, ich bin Johannes.

15 thoughts to “Ruf mich nicht an”

  1. Ich muss sagen ich telefoniere auch lieber, als dass ich schreibe. Kundenanfragen handle ich fast grundsätzlich per mail. Manchmal (gerade bei Brautpaaren) ist es jedoch einfach persönlicher zu telefonieren. Das mache ich in der Zeit, die ich auch zum beantworten der Mails vorgesehen habe. Einfach eine halbe Stunde am Tag um Mails und anrufe zu bearbeiten.

    Die meisten Leute wissen das schon und rufen sogar explizit zu der zeit an.

    Was mich allerdings richtig nervt, dass man mich wirklich versucht auf die dümmsten Wege zu erreichen. Auf meiner Webseite ist ein Kontaktformular, eine Mailadresse und eine Telefonnummer. Nein man schreibt mir auf das private Facebookprofil und wundert sich, warum ich davon dann nichts mitbekomme.

    Einen guten Tipp, den ich jedem geben kann. Die Facebook Nachrichten funktion komplett zu deaktivieren oder per automatische Antwort auf die Mailadresse zu verweisen.

    Dann mus man auch nicht jeden Tag 20 Palttformen auf neue Nchrichten Checken.

    Bei mir läuft alles per Mail und wenig per Telefon.

    1. Wie kann ich die Messenger Funktion bei Facebook abschalten? Mich nervt das auch total, vor allem weil FB manche Nachrichten in einen Unterordner sortiert und ich dies nicht immer mitbekomme bzw. sehe. Dableiben schon mal Nachrichten wochenlang unbeantwortet.

    1. einen Aspekt, den du beschreibst, habe ich in meinem Blog vergessen zu erwähnten – stimmt, muss ich noch ergänzen: nämlich, dass viele Menschen anrufen, welche gar nichts von mir wollen, sondern von meinem Mann, meinen Kindern. Wenn ich den Anrufer auf dem Display erkenne und weiss, die wollen etwas über Familienmitglied xy wissen, nehme ich nicht ab, weil ich meistens nicht Auskunft geben könnte. Jedes Familienmitglied hat ein eigenes Handy und deswegen verstehe ich im Grunde genommen nicht, warum die Leute nicht dort drauf ein WhatsApp hinterlassen.

  2. So krass würde ich das nicht sehen.
    Warum sollte ich 30 Minuten hin und her schreiben, wenn ich es auch in 5 Minuten am Telefon erledigen kann? So artet das nämlich oft aus.
    @Matthias Butz:
    Coole Anregung mit dem Facebook. Das nervt mich total, wenn mich da jemand anpingt. Wo stelle ich das aus und aktiviere die automatische Antwort?

  3. Kann ich so unterschreiben!
    Ich hasse telefonieren und jeder, der mich kennt, weiß das auch. Ich werde vielleicht zwei mal im Jahr angerufen und die Gespräche dauern dann auch nicht länger als eine Minute und das ist mir so sehr recht. Generell rede ich ehrlich gesagt meist nicht gerne und das fällt mir auch nicht leicht, weshalb ich immer lieber den schriftlichen Weg wähle, eben auch deshalb, weil man später noch mal nachlesen kann, was besprochen wurde.
    Menschen die im Zug telefonieren finde ich auch schrecklich. Es gibt so viele andere Dinge, die man dort tun kann, wenn man Langeweile hat – und vor allem so viele leisere Dinge. Handelt es sich dabei wirklich um etwas wichtiges, kann ich damit noch für ein paar Minuten leben, aber eine ganze Stunde über Belanglosigkeiten sprechen? Bitte tut das zu Hause. Und genau, man wird meistens in den unpassendsten Situationen angerufen und wenn man dann nicht rangeht, muss man entweder zurückrufen oder hat ein schlechtes Gewissen. Ich fühle mich dadurch auch unter deutlich mehr Druck gesetzt, als wenn mir jemand auf irgendeine Weise schreibt und nicht mit einer sofortigen Antwort rechnet.

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