Neues Projekt: kultivers

Im Grunde fing alles mit dem mittlerweile archivierten Projekt #keinwiderspruch an. Hier habe ich über mehrere Jahre in ganz Deutschland Menschen mit Behinderung fotografiert.

Diese Protagonisten haben dann einen Text über sich und ihr Projekt verfasst und beschrieben, was sie genau tun und warum.

Der Hintergrund hier war: zeigen, dass es eben KEIN Widerspruch ist, wenn Menschen mit Behinderung tun was sie möchten und selbstbestimmt und frei leben. Ganz anders, als es in den Medien oft verkauft wird.

Bei diesem Projekt lernte ich Caroline von Eichhorn kennen, mit der ich mich dann für den BR zum Projekt unterhielt. Das war spannend und meine ersten Erfahrungen vor dem Radio-Mikrofon.

Einer der Protagonisten des Projektes war nun Raul Krauthausen, den viele von Euch vllt von seinen Projekten der Sozialhelden kennen.

Zeitsprung

Einige Zeit später, vor ca einem Jahr, ist mir aufgefallen, dass Menschen mit Behinderung nach wie vor in der Gesellschaft nicht gesehen werden. Besonders nicht auf Bühnen und das hat mich gestört. So habe ich das derzeit aktuelle Projekt speakabled. gegründet. Eine Plattform, auf der Sprecher*innen mit Behinderung ein Profil erstellen können um für sich und ihre Kompetenz zu werben.

Vor allem, und das ist mir wichtig, meint Kompetenz hier Fachwissen außerhalb des üblichen Thema „Behinderung“. Denn, so wirkte es bisher auf mich, WENN Menschen mit Behinderung auf Bühnen sprachen, dann meist ÜBER die Behinderung. Auch das möchte ich gerne ändern.

Die Sprecher*innen auf www.speakabled.com zeigen also ihre Kompetenz und sprechen z.B. über Wissenschaft, Technik, Literatur.

Alles kommt zusammen

Und jetzt kommt alles zusammen.

Raul Krauthausen erfährt von speakabled und erwähnt es in seinem regelmäßigen Newsletter.

Den Newsletter wiederum liest Maximilian, der bei der Stadt München für Kulturförderung zuständig ist.

Max lädt mich ein, wir kommen ins Gespräch, reden über dies und das und jenes und neue Ideen für ein eventuelles neues Kulturprojekt:
Die Grundidee war zwar schnell geboren, musste aber noch sehr intensiv ausformuliert und angepasst werden.

Da ich nicht keinwiderspruch 2.0 umsetzen wollte und vor allem nicht alleine, habe ich Caroline von der Idee erzählt, gemeinsam ein neues Kulturprojekt zu initiieren.

Vom Projekt direkt begeistert haben wir die Grundidee um viele Punkte erweitert, einige Punkte gestrichen, am Namen gefeilt, das Konzept „in Stein gemeisselt“ und sind nun mit der Projekt-Webseite live.

Wir haben viele Ideen und ich bin gespannt was hier alles kommen mag und umgesetzt wird.

Da wir beide vielseitig eingespannt sind und derart große Projekte viel Zeit und auch Geld kosten, sind wir nun auf Unterstützung angewiesen.

Denn, das unterscheidet kultivers.art besonders von meinen anderen bisherigen Projekten: Die finale Umsetzung findet nur statt, wenn die Finanzierung steht.
Auch wenn wir nicht reich werden wollen, wir möchten neben den anfallenden Ausgaben z. B. auch unsere eigene Arbeitszeit finanzieren.

Konzept

Wir porträtieren 20 kulturschaffende Münchner*innen, die sich direkt oder indirekt mit Diversität befassen. Dies meint hier die übergeordnete Verbindung von Menschen jedweden Ursprungs oder Herkunft.

Es werden also Menschen mit Behinderung genauso gemeint wie Menschen mit Migrationshintergrund oder andere Gruppierungen, die sich abseits der “Norm” bewegen.
Alle Protagonisten befassen sich künstlerisch mit dem Thema und/oder sind selbst betroffen.

Das Projekt ist eine Kombination aus Fotografie und Text.
Wir begleiten die Protagonisten bei ihrem künstlerischen Schaffen.

Mit dem gesammelten Material entsteht eine Wanderausstellung durch die einzelnen Viertel Münchens – gepaart mit Lesung, Konzert, Tanz und Podiumsdiskussion.

Ziel des Projektes ist es, Menschen zu verbinden und verschiedene kulturelle Filterblasen miteinander zu vernetzen.