Keep on rolling mit: CIRC

In unregelmäßigen Abständen möchte ich hier verschiedene E-Scooter Anbieter vorstellen, in dem ich ihnen ein paar Fragen stelle. Den Anfang macht heute: CIRC.
Die Fragen in dieser Reihe sind für alle Anbieter gleich, ob und auf welche Fragen sie antworten steht ihnen allerdings frei.

Die Antworten werden unkommentiert und 1:1 veröffentlicht, dadurch kann es natürlich sein, dass manche davon „werbisch“ klingen.
Aber keiner der Anbieter bezahlt für diesen Beitrag.

Info:
Dieses Interview ist schon etwas älter.
Die Fragen zu diesem Interview waren ein Teil der Recherche zu diesem Artikel für 1e9 Magazin.
Stefan Keuchel, der mir die Fragen sehr freundlich beantwortet hat, arbeitet mittlerweile nicht mehr für CIRC.
CIRC wurde mittlerweile von BIRD gekauft.

Wer bist du und welchen Anbieter vertrittst du?

Stefan Keuchel, CIRC.

Wie gestaltet sich eure Zusammenarbeit mit den Kommunen und der Polizei?

Es gibt einen wichtigen Grundsatz bei Circ, der besagt, dass wir unseren E-Tretrollern nur in Städten an den Start gehen, in denen wir willkommen sind. Das bedeutet, dass wir vor dem Launch einer Stadt mit den Kommunen und der Stadtverwaltung sprechen und im Idealfall gemeinsam maßgeschneiderte Konzepte entwickeln, um uns bestmöglich in bestehende Systeme/Strukturen zu integrieren.

Auch nach dem Start in einer Stadt stehen wir im ständigen Austausch mit den lokalen Behörden und legen die Anzahl der E-Tretroller immer in enger Absprache mit der jeweiligen Stadt fest. Wir unterstützen dabei stets die Bemühungen zur Erhaltung des städtischen Raums und möchten die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer verbessern.

Es gab auch Treffen der verschiedenen E-Scooter Anbieter mit Vertretern der Stadt und der Polizei. Beispielsweise in Köln. Circ hat dort (als einziger Sharing Anbieter) an allen gemeinsamen Terminen teilgenommen. Wir arbeiten eng mit den Behörden zusammen, um Sicherheit und Ordnung in der Stadt zu wahren.

Sprecht Ihr mit anderen Anbietern, unabhängig der Kommunen?

Jeder Anbieter spricht direkt mit den Kommunen/den Städten. Wir arbeiten mit Städten in ganz Deutschland zusammen, um unseren Betrieb verantwortungsbewusst zu skalieren. Unser Interesse ist den städtischen Raum und die Sicherheit von Fahrgästen und Bürgern zu gewährleisten. In der Regel entwickeln wir in enger Zusammenarbeit mit der Stadt individuelle Lösungsvorschläge. Dazu gehören beispielsweise spezielle Parkzonen, begrenzte Geschwindigkeitszonen oder Fahrverbotszonen.

Wie lange ist in etwa die Haltbarkeit eines E-Scooter bei Euch?

Das E-Scooter Modell, das wir aktuell in Deutschland nutzen, hat eine Lebensdauer von circa 8 bis 12 Monaten. Das ist selbstverständlich abhängig von der Stadt, dem Wetter und der Nutzung. Die nächste Generation unserer Scooter, die wir bereits testen und noch dieses Jahr in Deutschland launchen, hat eine Lebensdauer von rund 18 Monaten.

Als verantwortungsvoller E-Tretrolleranbieter liegt uns die Umwelt sehr am Herzen. Darum entwickeln wir eigene Fahrzeuge, die für den dauerhaften Verleih geeignet sind. Unsere E-Roller haben größere Räder, eine bessere Federung und eine längere Akkulaufzeit als die E-Scooter, die der Handel üblicherweise anbietet. Darum sind unsere Roller langlebiger und setzen neue, erhöhte Sicherheitsstandards.

Was passiert mit den ausrangierten E-Scootern?

Da wir die Roller selbst konstruieren und herstellen, verwenden wir Komponenten effizient wieder, indem Einzelteile ausrangierter Scooter als Ersatzteile für beschädigte Fahrzeuge verwendet werden. Die Batterien unserer Fahrzeuge werden recycelt.Für die Batterien haben wir ein Recyclingprogramm mit geschlossenem Kreislauf definiert, das den Platzbedarf bei der Herstellung von Batterien reduziert und der Richtlinie 2006/66/EG entspricht. Batterien, die kurz vor dem Ende ihrer Brauchbarkeit stehen, können zudem in Ladestationen integriert werden.

Stichwort Nachhaltigkeit, wie werden die E-Scooter bei Euch aufgeladen und verteilt?

Circ ist meines Wissens der einzige Anbieter, der keine sogenannte Juicer beschäftigt. Der sichere und betriebsbereite Zustand unserer Fahrzeuge ist ein wesentlicher Bestandteil unseres täglichen Betriebs. Deshalb beschäftigen wir Fachkräfte – entweder direkt oder über Partner -, die unsere Fahrzeuge warten, reparieren und aufladen. Die Pflege unserer Fahrzeuge und die Sicherheit unserer Nutzer ist zu wichtig, um sie sogenannten „Gig-Economy-Arbeitern“ oder Freiberuflern zu überlassen, die pro Fahrzeug bezahlt werden und Anreize für Eile haben. In der Regel werden unsere Scooter in zentral gelegenen Warenlagen aufgeladen, gewartet und anschließend in der Stadt neu verteilt.

Die nächste Generation unserer E-Roller wird austauschbare Batterien haben, die die Anzahl von Fahrten mit Verbrenner Transportern stark reduzieren wird. Unser Ziel ist es, dass wir zukünftig Fahrten mit Lastenrädern und E-Vans bewältigen, da wir nicht mehr den kompletten E-Scooter, sondern nur noch die Austauschbatterien transportieren müssen.

Wie schaut Ihr in die E-Scooter Zukunft?

Zunächst ein kurzer Rückblick seit unserem Start in DE im Juni:

Unser Angebot wurde in DE sehr positiv aufgenommen und ist auf ein reges Interesse gestossen. Dank des großen Interesses der Nutzer, der breiten Medienberichterstattung, dem Neuigkeitswert der E-Roller in DE insgesamt und natürlich auch wegen des guten Wetters diesen Sommer, wurden unsere Erwartungen deutlich übertroffen. Die Anzahl der Fahrten pro Tag bewegt sich auf einem hohen Niveau. In ganz Deutschland wird im Schnitt alle 4,25 Sekunden ein Circ Roller ausgeliehen.

-> Ich stelle Dir ein paar weitere interessante Zahlen/Fakten am Ende dieser Mail zur Verfügung

Aktuell arbeiten verschiedene Anbieter an der nächsten Generation von E-Scootern.

Auch wir arbeiten natürlich permanent an der Weiterentwicklung unserer E-Tretroller, um sie sicherer und langlebiger zu machen. Längere Akkulaufeiten und austauschbare Batterien werden dazu beitragen, den ökologischen Fußabdruck weiter zu verringern. Wir planen noch in diesem Jahr unseren neuen E-Scooter mit austauschbaren Batterien in Deutschland auf den Markt zu bringen.

Als Mikromobilitätsunternehmen sind wir aber vor allem auch daran interessiert, unsere Modelle dahingehend weiterzuentwickeln, dass sie nicht auf Dauer nur für die Fahrt von Einzelpersonen ausgelegt sind, sondern neben weiteren Personen auch Waren transportiert werden können. Außerdem ist uns daran gelegen, dass wir Fahrzeuge entwickeln, die sich besser für die Nutzung während der etwas nasseren und kälteren Jahreszeiten eignen.

Ansonsten stehen die Zeichen auf Expansion. Aktuell ist Circ in 12 Ländern und 43 Städten aktiv. Wir planen noch in diesem Jahr in drei weiteren Städten in Deutschland zu starten und planen auch international zu wachsen, indem wir in weiteren Ländern an den Start gehen.

Außerdem haben wir ein großes Interesse daran weitere Kooperationen und Partnerschaften einzugehen. Einerseits mit ÖPNV Anbietern, damit Pendler tatsächlich ihr Auto stehen lassen können und stattdessen mit der Kombination aus E-Scootern und dem ÖPNV die berühmte erste und letzte Meile zurücklegen können. Andererseits durch die Integration in andere Mobilitäts-Apps. So haben wir vor kurzem eine Partnerschaft mit Moovit, der weltweit führenden multimodalen App für urbane Mobilität, bekannt gegeben. So können Moovit Nutzer in der App nun auch Circ Roller in ihrer Nähe finden und buchen.

Worin unterscheidet Ihr Euch von den anderen Anbietern?

Wir unterscheiden uns zum einen durch unsere eigens entwickelten E-Roller, den proaktiven Ansatz mit den Städten und dem Einsatz lokaler Teams.

Mit Lukasz Gadowski haben wir zudem einen sehr erfahrenen Gründer und CEO, der sich als Gründer und Investor von u.a. Spreadshirt, StudiVZ, Delivery Hero, Miles und Volocopter einen guten Namen gemacht hat.

Circ ist außerdem derzeit das einzige Unternehmen, dass sowohl Stunden- als auch sogenannte Entsperr-Pakete anbietet (https://shop.circ.com/collections). Unsere Nutzer können bei den Stundenpaketen zwischen Angeboten von einer Stunde für 6,- Euro, zwei Stunden für 9,- Euro oder 24 Stunden für 20,- Euro wählen.

Bei den Entsperr-Paketen gibt es zum einen die Möglichkeit 10 Entsperrungen (Aktivierungen) für 5 Euro statt sonst 10 Euro zu erhalten. Man spart also 50 Prozent. Noch attraktiver ist das 30 Tage Paket für 10 Euro. Bei diesem Paket spart man sich also quasi die 1 Euro Entsperrungsgebühr und zahlt lediglich die Minuten, die man tatsächlich fährt.

Möchtest du noch etwas wichtiges sagen? Hier ist Platz dafür.

Hier ein paar interessante Zahlen zu Circ in Deutschland:

  • In ganz Deutschland (wir sind aktuell in neuen Städten vertreten, drei weitere Städte sind noch für dieses Jahr geplant) wird im Schnitt alle 4,25 Sekunden ein Circ Roller ausgeliehen

  • Circ Nutzer haben in Deutschland seit unserem Start Mitte Juni eine Strecke zurückgelegt, die knapp 40 Erdumrundungen entspricht oder zweimal bis zum Mond und zurück.

  • Die durchschnittliche Fahrdauer in Deutschland beträgt 12 Minuten unter der Woche und 14 Minuten am Wochenende.

  • Die Durchschnittslänge einer Fahrt beträgt 2,36km

  • Im Schnitt betragen die Kosten für eine Fahrt zwischen € 3,40 und  € 3,80.

  • Der beliebteste Tag zum Fahren eines Circ-Scooters ist der Samstag (die meisten Fahrten)

  • Die beliebteste Uhrzeit ist 18:00Uhr (die häufigsten Mieten)

  • Die Durchschnittsgeschwindigkeit liegt bei knapp 12 km/h

 

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