Jobs from Hell

Die meisten Kreativen werden es kennen. Anfragen nach kostenloser Arbeit landen regelmäßig im Maileingang.
Es wurde auch schon viel zu der Thematik der kostenlosen Arbeit geschrieben, aber in letzter Zeit kochte das Thema zumindest in meiner „Filterblase“ wieder hoch und ich habe einige Gespräche und Diskussionen darüber gehabt, daher will ich auch nochmal was dazu schreiben.

Bei einer der letzten Anfragen die ich bekommen habe  ging es darum ein Event fotografisch zu begleiten, bei dem eine neue App präsentiert werden sollte. Mir wurde angeboten, bei dem Event Werbematerial auszulegen und eine Ankündigung als Partner in einer großen Community, Bezahlung mit Reichweite, vorgeschlagen. Der Eintrittspreis für Gäste zu dem Event sollte übrigens 39,90€ betragen.
Es ging hier also nicht um eine „Charity-Veranstaltung“, bei der man für einen guten Zweck seine Dienste zur Verfügung stellt, sondern um eine ganz normale Promotion-Veranstaltung einer GmbH.

Eine schöne Auswahl dieser „Jobs from Hell“ trudelt auch immer wider über den @dasauge_Jobs Alert rein.
Da werden dann z. B. ganze Golf-Events auf TfP Basis ausgeschrieben. (TfP bedeutet übrigens Time-for-Prints und dient eigentlich dazu, die Portfoliomappen von Fotografen, Models und Visagisten zu aktualisieren und zu verbessern. Alle beteiligten bekommen dann die Fotos für Ihre Mappe)

Leider ist das entsprechende Inserat nicht mehr online, sonst hätte ich das gerne hier verlinkt. Ich bin aber dazu übergegangen solche besonders dreisten Inserate über meinen Twitter-Account zu verbreiten und werde über einen besonders Hashtag dazu nachdenken um diese „Angebote“ noch deutlicher zu sammeln. Was haltet ihr von #jobsfromhell? Den gibts zwar schon, aber ich glaube die Thematik passt.

Warum schreibe ich das hier?
Natürlich könnte man jetzt sagen „ach, reg dich nicht auf, das wird nie aufhören“. Das stimmt schon, wenn wir uns alle nie aufregen wird es ewig so weitergehen.

Als ich zuletzt in einer FB-Gruppe unter einem dieser Postings eine Diskussion anzetteln wollte, durfte ich mir dann sogar von Berufskollegen anhören, das ich die Klappe halten und nicht rumdiskutieren soll. Nach dem Motto: „du musst es ja nicht machen, aber rummeckern is auch scheisse“.

Das Gegenteil ist der Fall. Wenn wir alle immer nur schweigen und solche Jobs dann sogar heimlich machen, wird die Situation nicht besser, sondern schlechter.

Meiner Meinung nach sollten wir diese die Leute, die öffentlich solche Jobs anbieten, darauf hinweisen das dies einfach nur unverschämt ist. Wenn jeder von uns das ab und zu macht, wird es eventuell deutlicher und langfristig verbessert sich die Situation. Vielleicht.

Vielleicht auch nicht, aber dann haben wir es wenigstens versucht.

So, und jetzt freu ich mich auf eure Beispiele von Anfragen die ihr bekommen habt, oder links von solchen Jobanfragen, gerne als Kommentar.

Mitmachen

  • Nehmt solche „Jobs“ bitte nicht an, auch wenn ihr neu im Geschäft seid und meint es bringt was. Es bringt nix. Ihr arbeitet nicht kostenlos, sondern umsonst.
  • kommentiert unter solchen „Jobangeboten“ was ihr davon haltet und verbreitet es.
  • erklärt den Anfragenden warum es nicht geht, anstatt die Anfrage zu ignorieren.

Comiczeichner Ralf Ruthe hat dazu auch ein passendes Video produziert:

Johannes

Hallo, ich bin Johannes. Dies ist meine Spielwiese für verschiedene Projekte, Bilder, Quatsch, Ideen und Gedanken zu denen ich manchmal auch Interviews geben darf.

2 thoughts to “Jobs from Hell”

  1. Hallo Johannes,

    ich sehe das Thema etwas anders.

    Wenn man sich „aufregt“ und solche Angebote im Netzt kommentiert und anprangert – dann investiert man völlig sinnlos Lebenszeit und Energie. Das „Problem“ wird damit nur größer und bedeutungsvoller. Es bekommt eine Gewichtung, die es überhaupt nicht verdient. Leute, die für Leistung nicht bezahlen wollen, wird es immer geben – und sie werden mit diesem Ansatz auch immer nur das bekommen, was damit eben möglich ist.

    Die eigene Zeit und Energie ist wesentlich besser investiert, an der eigenen Qualität zu arbeiten und sich aktiv Kunden zu suchen, die für das, was man anzubieten hat, auch ein angemessenes Honorar zu zahlen bereit sind.

    Viele Grüße
    Christian
    http://www.ahrens-steinbach-projekte.de

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