Fotoassistenz

Liebe Leser,

in meinem letzten Artikel habe ich Ihnen ein paar Ideen vermittelt, wie Sie sich selbst bekannter machen bzw auf sich aufmersam machen können. Heute möchte ich über ein paar persönliche Erfahrungen meiner Arbeit als Fotoassistent und Fotograf berichten.

Was hat nun die Arbeit als Fotoassistent mit dem Selbstmarketing zu tun?

Nun, in aller erster Linie müssen sich auch Fotoassistenten selbst vermarkten. Für sie gilt das gleiche wie für Fotografen und alle anderen Selbstständigen Unternehmer, die sich selbst vermarkten wollen bzw müssen.
Vielen dient außerdem die Arbeit als Fotoassistent erst als Einstieg in die Arbeit als Fotograf.

1) Fotoassistenz als Einstieg in die Fotografie

Nicht jeder der sich eine Kamera beim Elektronik-Markt um die Ecke kauft ist deswegen gleich ein Fotograf. Nur sehr wenige Fotografen, zumindest in meinem Umfeld, werden gleich von Heute auf Morgen zu „richtigen“ Fotografen im Sinne von Berufsfotografen, die dann von der Fotografie leben können.
Oft geht der Weg über eine Ausbildung, ein Praktikum, Nebenjobs, Assistenzarbeiten oder eine Mixtur aus alledem.
Man hat auch schon von Fotografen gehört, die einen guten eigenen Kunden an einen Assistenten weitergereicht haben, um diesem den Start in die Fotografie zu erleichtern.

Bei mir persönlich waren es z.b. mehrere kurze und ein längeres Praktikum bei einem Fotografen, mit dem ich auch heute noch oft und gerne zusammen arbeite. Mittlerweile nicht mehr „nur“ als Fotoassistent, sondern auch mit verschiedenen Projekten, die wir gemeinsam umsetzen.

…Fotoassistent ODER Fotograf, beides gleichzeitig das geht noch nicht…

…ist ein Satz den ich sehr oft höre. Ich frage dann immer gerne zurück: „aha, und warum geht das nicht?“ Eine Antwort die mich überzeugt habe ich bis heute noch nicht gehört. Wenn Sie eine kennen, können Sie mir diese gerne zukommen lassen, am besten direkt hier als Kommentar unter diesem Beitrag.

Fotograf UND Fotoassistent – das geht sehr wohl…

…finde ich. Wie ich in dieser Serie schon mehrfach erwähnt habe, lernt man meiner Meinung nach gerade in diesem Beruf nie aus. Man sollte immer „am Puls der Zeit“ bleiben, über den Tellerrand sehen und beobachten was in der Welt und im Fotografiemarkt passiert. Dies geht natürlich am besten wenn man mit anderen Fotografen gemeinsam arbeitet und sich gegenseitig ergänzt und auf den aktuellen Stand bringt.
Außerdem haben verschiedene Fotografen auch verschiedene Arbeitsweisen, die für sich gesehen nicht falsch sondern anders sind. Es interessiert mich, wie andere Kollegen die Dinge sehen, Probleme lösen oder Projekte umsetzen.

2) Zusammenarbeit zwischen Fotograf und Fotoassistent

Genau wie im privaten Leben kommt man auch im Berufsleben immer wieder mit den verschiedensten Leuten zusammen. Gerade im kreativen Umfeld arbeiten oft Teams aus allen möglichen Bereichen oft für nur kurze Zeit zusammen. Hier ist es klar das man nicht mit jedem klarkommt. Das macht aber auch nichts, solange man sich professionell verhält und die Aufgabe trotzdem gemeinsam umsetzt.
Zwischen Fotograf und Fotoassistent ist ein gutes Verhältnis das A + O. Nur wenn man sich versteht und weiß was der jeweils andere will und kann, wird das Ergebnis wirklich gut.
Je öfter so ein Team zusammen arbeitet, desto besser klappt es auch. Wenn der Assistent schon 5 Sekunden vor dem Fotograf weiß was dieser als nächstes braucht oder möchte, kann man von einem guten Team sprechen.

Große Fotoprojekte setzen in der Regel auch ein großes Team vorraus, meistens ist hier auch mindestens ein Fotoassistent vor Ort. Beide Seiten (die des Fotografen und die des Assistenten) zu kennen schadet also in keinem Fall, sondern bereichert das gesamte Projekt.

3) Extratipp: Die „Assi-Box“

Es gibt ein paar Dinge an einem Fotoset, die oft fehlen. Als Fotograf kenn ich das aus eigener Erfahrung, als Fotoassistent sehe ich was bei meinen Fotografenkollegen oft Mangelware ist.
Die meisten dieser Dinge habe ich mittlerweile in meiner „Assibox“ gesammelt, die natürlich bei jedem Fotojob mit vor Ort ist. Jeder „neue“ Fotograf dem ich assistiere, ist erst überrascht und dann begeistert davon und bei fast jedem Auftrag kam sie mindestens einmal zum Einsatz.
Ein paar der Dinge in der Assibox zähle ich natürlich gerne auf:

  • Teppichmesser
  • Belichtungsmesser
  • Gaffa-Tape
  • Batterien
  • Speicherkarten und ein passendes Lesegerät
  • Draht
  • Stift und Papier
  • Klammern (verschiedene Sorten)
  • verschiedene USB-Kabel

Die Box wächst mit ihren Aufgaben, je mehr Jobs sie mitmacht, desto mehr Dinge fallen mir ein die dann für den nächsten Job dazukommen.

4) Fotoassistent für verschiedene Fotografen und Verhaltenstipps

  • Wenn Sie Fotoassistent sind oder werden möchten, achten Sie darauf das Sie verschiedenen Fotografen assistieren. Nur so lernen Sie die verschiedenen Arbeitsweisen wirklich kennen.
  • Wenn Sie Fotograf sind assistieren Sie gelegentlich Ihren Kollegen und Sie werden merken das es viele verschiedene Arten gibt um Dinge umzusetzen. Und das ist auch gut so.
  • Es macht nichts wenn Sie Fotograf sind, Sie dürfen trotzdem anderen Kollegen assistieren. Was allerdings nicht gut ankommt ist, wenn Sie vor Ort lautstark und für alle deutlich hörbar kundtun, das Sie alles viel besser machen würden.

Schöne Zeit,

Johannes

Johannes

Hallo, ich bin Johannes. Dies ist meine Spielwiese für verschiedene Projekte, Bilder, Quatsch, Ideen und Gedanken zu denen ich manchmal auch Interviews geben darf.

2 thoughts to “Fotoassistenz”

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