5Q5ADigital

Hier im Magazin gibt es eine Kategorie, in der ich jeden Monat eine interessante Person aus meinem Netzwerk vorstelle und ihr 5 Fragen stelle.
Bei Twitter gibt es ein ganz ähnliches Projekt: @5q5adigital stellt denen, die gerne mitmachen möchten, jeweils fünf Fragen.

Solche Aktionen mache ich immer gerne mit und so hat mir Sebastian Kolberg aka @KolSeb letzte Woche die fünf Fragen gestellt.

Hier möchte ich diese und meine Antworten noch einmal zusammen fassen. Als Vorbereitung und weil ich es eh schon lange machen wollte, habe ich endlich ein „about“ in meine Webseite eingebaut. So könnt ihr ab sofort viel über mich lesen in der neuen Seite: Johannes

Wer inspiriert dich?

Diese Frage habe ich auf meinem Twitter Account @photonity beantwortet.

Inspiration ist so ein großes Wort. Was erst nach einer einfachen Frage klingt, hat mich eine Weile beschäftigt. Wen zähle ich auf? Mach ich das ernsthaft oder quatschig? Was, wenn ich wen vergesse? Vor allem da es ja um MEINE Inspiration geht, gibt es kein richtig / falsch. 
Trotzdem haben viele Menschen im privaten und beruflichem und positiven wie negativen dazu beigetragen, der zu sein der ich heute bin. Ob das nun gleich als INSPIRATION zu sehen ist?… ich weiß nicht.

Meine extrinsische Inspiration hole ich mir vor allem durch Vielseitigkeit. Durch meine diverse Timeline HIER um mal digital zu antworten, durch verschiedenste Freundeskreise im realen Leben, um die analoge Seite zu zeigen. Durch viele Projekte, um es beruflich zu sagen.

Zwei Personen, die mich vor allem beruflich ganz erheblich beeinflusst haben möchte ich hier aber nennen.

Tyler Durden, der (Anti)held aus Fight Club, hat mit seinen Zitaten dazu beigetragen, dass ich vor elf Jahren den Mut gefasst habe, mich selbstständig zu machen. „Du bist nicht dein Job“ und vieles mehr haben mir tatsächlich geholfen es zu wagen.

Marcus Vetter war der erste Fotograf bei dem ich ein Praktikum machen durfte. Nach anfänglicher Diskrepanz wurde MIR durch ein ungemütliches Gespräch klar was ICH will. Und aus der Diskrepanz eine langjährige Zusammenarbeit und eine bis heute bestehende Freundschaft.

Ansonsten inspirieren mich unfassbar viele Menschen im kleinen und großen immer wieder, jeden Tag. Vor allem Menschen, die etwas MACHEN und nicht immer nur meckern ohne etwas zu ändern. Unmöglich alle aufzuzählen, daher bleibe ich bei den beiden beruflichen. 
Beim drüber nachdenken ist mir eine Sache aufgefallen die ich ganz spannend fand: Es gibt durchaus einige die mich „negativ inspirieren“ – damit meine ich, dass DEREN Lebensentwurf sich so konträr zu meinem Verhält, dass ich total sicher bin was für mich NICHT funktioniert.

Nun hole ich aber aus dieser Erkenntnis wieder das POSITIVE, denn ich reflektiere das zu meinem Leben und bin dadurch mit dem bisherigen Verlauf im großen und ganzen zufrieden und merke, dass ich die meisten Entscheidungen für MICH als richtig entschieden habe.

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Was fällt dir zum Thema Mut ein?

Diese Frage habe ich in meinem Instagram Account @johannes.digital beantwortet.

Heute möchte ich das mit einem fotografischen Projekt beantworten und die Geschichte dazu erzählen.

Vor 12 Jahren war ich noch in einer Festanstellung im IT Umfeld tätig, wollte mich aber gern als Fotograf selbstständig machen.
Damals stand noch die Idee im Raum, eine Ausbildung als Fotograf zu machen.
Diese wollte ich gern am @photo_medienforum_kiel machen, da mir diese Einrichtung mehrfach empfohlen wurde. Im Gegensatz zu einer klassischen Ausbildung muss man dort allerdings bezahlen. Oder sich auf ein Stipendium bewerben.
Bezahlen konnte ich mir nicht leisten, also habe ich mich auf ein Stipendium beworben und eine Mappe erstellt.

Mit Portraits und Fotos zum Thema „Licht“. Hier entstand diese Reihe, die ich mittels Langzeitbelichtung am Münchner Flughafen erstellt habe. Dabei habe ich die Kamera auf ein Stativ und das Stativ auf eines der Laufbänder, die von Gate zu Gate fahren gestellt. Dann habe ich mit Langzeitbelichtungen experimentiert. Durch die Bewegung des Bandes entstanden dann diese Lichteffekte.

Mit dem Stipendium hat es letzen Endes nicht geklappt, es gab in dem Jahr dann gar keins. Mir wurde allerdings ein „normaler“ Ausbildungsplatz dort angeboten, denn auch hierfür müsste man sich bewerben.
Da dies aber leider finanziell nicht leistbar war, habe ich mich dann für einen anderen Weg entschieden und habe mehrere Praktika und Fotoassistenzen gemacht.
Die Entscheidung meinen sicheren Job zu kündigen hat mich damals viel Mut gekostet, es hat zwei Jahre gedauert von der Idee zur finalen Umsetzung und: Es hat sich gelohnt.

Die Fotografie bietet aber auch die Möglichkeit, die kleinen Dinge einfach mal auszuprobieren.
Die Kamera gibt euch die Möglichkeit, Dinge einfach auszuprobieren.
Angenehmer Nebeneffekt: Die Konsequenzen sind überschaubar.
Wenn die Bilder euch nachher nicht gefallen, zeigt ihr sie einfach niemand.

So könnt ihr im kleinen anfangen mutig zu sein und später größere und mutigere Entscheidungen treffen.

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Welche Artikel und Beiträge empfiehlst du?

Alle Empfehlungen habt ihr in den letzten Monaten schon in den „Links zum Monatsende“ bekommen. Ich liste sie daher nicht nochmal auf. Aber wenn ihr wissen wollt, welche Artikel ich empfohlen habe: Hier gehts zum Thread bei Twitter.

Was bedeutet Veränderung für dich?

Diese Frage habe ich in meinem LinkedIn Account @johannesmairhofer beantwortet.

Eine Frage, die wie „die Fast aufs Auge“ zu mir passt. Denn Veränderung gehört spätestens seit meiner Ausbildungszeit zu mir und begleitet mich quasi ständig.

Nach der Schule wusste ich erstmal nicht genau wohin meine Reise gehen soll. Nach einem Praktikum im Einzelhandel (gelernt: Das ist nichts für mich), ging es weiter mit einem Praktikum in der IT und war in Richtung Fachinformatiker. Das wollte ich nun machen und habe aus dem Praktikum heraus ein Ausbildungsplatz bekommen. Nach der IHK Ausbildung hatte ich zwar „was ordentliches“ in der Tasche, aber (gelernt: ein Vollzeit Job in Anstellung ist nichts für mich) ich wollte etwas mehr Kreativität in meinem beruflichen Alltag. Also habe ich mir erst ein Hobby-Ausgleich gesucht und begann mit der Fotografie. Durch einen Workshop (gelernt: DAS will ich) hatte ich richtig Lust bekommen und habe einige Praktika und viele Assistenz-Jobs in der Fotografie gemacht.

2009 (gelernt: Fragen hilft) konnte ich dann in Teilzeit und 2010 (gelernt: Chancen ergeben sich durch Mut) mit Gründerschuss in die komplette Selbstständigkeit gehen. Es folgten einige Jahre der kompletten Selbstständigkeit, bis ich wieder etwas mehr Sicherheit und geregeltes Einkommen gesucht habe. Nach einem kurzen Intermezzo (gelernt: Vollzeit-Anstellung ist nach wie vor nichts für mich) habe ich die Teilzeit für mich entdeckt.

Dieses Modell passt sehr gut zu mir, denn so kann ich einerseits meine freiberuflichen Tätigkeiten umsetzen, aber habe auch Zeit für ehrenamtliche Projekte. Bester Effekt aus dieser Kombination ist aber: ich kann mir meine Kunden und Aufträge aussuchen und muss nicht mehr alles annehmen um meine Miete zu bezahlen. (gelernt: Haltung ist mir wichtig, erst durch dieses Misch-Modell kann ich es mir aber auch wirklich leisten diese zu haben, nach außen zu tragen und Kunden oder Aufträge die mir nicht gefallen abzulehnen. Ein sehr angenehmes Gefühl. Im vollen Bewusstsein dass dies ein großes Privileg ist)

In meinem LinkedIn Profil sieht man sehr gut, welche weiteren Veränderungen beruflicher Natur ich in den letzten zehn Jahren durchlebt habe.

gelernt: Veränderung gehört zu mir, auch mein derzeitiger „Status Quo“ ist sehr wahrscheinlich nicht das ende sondern Veränderung wird mich weiter begleiten. Insgesamt helfen die vielen bisherigen Veränderungen mir aber auch dabei, einigermaßen gelassen in die Zukunft zu sehen. Denn jede Veränderung bringt eine Erfahrung mit, die ich nicht missen möchte. Und auch die Abschnitte die rückblickend nicht gut waren, haben mir gezeigt was ich NICHT will.

Für mich die wichtigste Erfahrung aus allem: Immer wieder reflektiere ich mich selbst und überlege, was ich denn bereuen würde NICHT gemacht zu haben, sollte ich morgen „auf dem Sterbebett“ liegen. (Nehmt das nicht unbedingt wortwörtlich, es ist eher ein Sinnbild). Und wenn da etwas ist, von dem ich sicher bin es zu bereuen NICHT gemacht zu haben, dann versuche ich eben DAS zu machen.

Diese Gedankenspiele (und Tyler Durden) haben damals viel geholfen den Schritt in die Selbstständigkeit zu versuchen und das war nach wie vor meine größte Veränderung und der Start in eine Reise voller Veränderungen.

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Die Teilnahme an diesem Projekt hat mir viel Spaß gemacht und wieder einmal habe ich einiges über mich gelernt. Danke für die Möglichkeit und die Initiative.