5 Fragen an: Merle Becker

In dieser Blogkategorie „5 Fragen an:“ stelle ich euch in unregelmäßigen Abständen interessante Personen vor. Merle Becker, die sich heute vorstellt, habe ich ihm Rahmen meiner ehrenamtlichen Tätigkeit für die Open Transfer Camps kennen gelernt. Sie ist Moderatorin und Speakerin, macht einige spannende Dinge und hat auch ein Geheimnis, dass sie euch heute hier verrät.

Wer bist du?

Merle Becker

Was machst du beruflich?

Ich bin Moderatorin und helfe Unternehmen dabei, sich sozialer, wertschätzender und nachhaltiger aufzustellen.

…und wie kam es dazu?

Das Thema Hierarchien zieht sich durch meinen Lebenslauf.
Als ich für eine Hilfsorganisation in Uganda gearbeitet habe, konnte ich nicht fassen, wie deutlich globale Hierarchien in der Entwicklungszusammenarbeit werden. Deshalb gründete ich 2013 academic experience Worldwide. Ziel war es, geflüchtete Menschen zu unterstützen, aber auch von ihnen zu lernen: eine Begegnung auf Augenhöhe statt des klassischen Helfersyndroms. Dafür diskutierte ich im Rahmen vieler Podiumsdiskussionen, vertrat die Organisation in den Medien, gab Workshops und Keynotes. Im Januar 2017 wählte mich das Journal Frankfurt für diese Arbeit unter die TOP 30 unter 30 Persönlichkeiten in Frankfurt am Main.

Immer wieder kamen mir die Fragen:
Wie wollen wir zusammenleben? Wie wollen wir zusammenarbeiten? Und wie können wir dabei möglichst viel positiven Einfluss auf unsere Umwelt haben?

Auch als Redakteurin und Moderatorin setzte ich mich mit diesen Fragen auseinander, etwa für die Initiative „Respekt! Kein Platz für Rassismus“, für welche ich u.a. eine wöchentliche TV Sendung leitete und moderierte.

Nach meinem Abschluss als Friedens- und Konfliktforscherin arbeitete ich an der Universität, um in den Bereichen zivilgesellschaftliches Engagement, Diversität und Hierarchien in der internationalen Klimapolitik zu lehren und zu forschen.

Während meiner Elternzeit fragte ich mich selbst auch immer wieder, wie ich arbeiten will und wie ich dazu beitragen kann, die Welt positiv zu gestalten. Schließlich machte ich mich selbstständig, um mich Vollzeit den Themen, für die ich brenne, zu widmen.

Was ist dein größtes Geheimnis?

Ich verstecke immer meine rechte Hand und da vor allem den rechten Zeigefinger. Der ist nämlich leider nicht mehr ganz vollständig. Im Alter von 11 Jahren ist er mir abgetrennt worden, als ich mich im Führstrick meines Pferdes verhedderte, welches dann losrannte. Ich war damals so schlau und habe die Hand mit dem halben Finger aus Panik zum Abkühlen in einen furchtbar schmutzigen See gehalten. Dies bescherte mir darüber hinaus noch fast eine Blutvergiftung und ziemlich lange wussten die Ärzte nicht, ob sie Finger, Hand und sogar Arm retten könnten.

Heute fehlt tatsächlich nur das oberste Drittel des Fingers und ich kann ihn normal verwenden. Das tue ich aber nicht. Nach knapp einem Jahr in Gips habe ich ihn mir abgewöhnt und mache jetzt alles ohne den rechten Zeigefinger 🙂

Warum sollte man dich beauftragen?

Ich bringe viel Erfahrungen aus unterschiedlichen Kontexten mit: sei es aus Start Ups, NGOs, Konzernen oder auch als Wissenschaftlerin in der Universität. Außerdem habe ich mich schon immer, seitdem ich klein bin, ehrenamtlich engagiert. Dadurch sind mir so viele verschiedene Menschen und Arbeitsweisen begegnet. Ich hatte die Chance, in verschiedenen Ländern zu arbeiten und mit unterschiedlichen Kulturen und Sprachen. Dafür bin ich sehr dankbar, hat es doch meinen Horizont extrem erweitert.

Ich glaube, dass ich gut zuhören kann und überdurchschnittlich motiviert bin. Für mich sind meine Kunden nicht einfach nur Kunden. Ich liebe es, Menschen zuzuhören, sie zu verstehen und sie zu begleiten. Ich glaube an eine Welt, in der wir uns auf Augenhöhe begegnen und voneinander lernen. Ich glaube an gute Kommunikation.

Lass uns gemeinsam jeden Tag etwas tun, damit diese Welt für uns und unsere Umwelt schön wird, ist und bleibt.

Dein Tipp für uns lautet?

Viele kleine Leute an vielen kleinen Orten, die viele kleine Schritte tun, können das Gesicht der Welt verändern.

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