11 Monate speakabled

Vor ca einem Jahr habe ich hier von meinem neuen Projekt speakabled.com erzählt und erklärt, warum ich das Projekt initiiert habe.

Heute, 11 Monate später, möchte ich gerne bereichten was dort seit dem passiert ist und was in den nächsten Monaten geplant ist.

Jedem Anfang wohnt ein Zaber inne…

Am 27. Oktober ging der erste Blogpost direkt im Projekt auf speakabled.com online.
Dort habe ich schon ein paar Pläne für die nächsten Wochen angekündigt. Manches davon hat geklappt, manches nicht.

Heute der Versuch einer Zusammenfassung der ersten 11 Monate.

Direkt am Anfang postete Anastasia Umrik einen sehr netten Tweet, der dem Projekt viel Aufschwung und damit einen wunderbaren Start gab. Viele neue Follower bei @speakabled waren die Folge und brachten schnell auch einige Profile auf die Plattform.

Die erste Welle

Bereits wenige Tage später konnten die User sich selbst registrieren und ihre Profile selbst ändern und pflegen.
Die Eingabefelder wurden optimiert, Kategorien eingeführt und der Wunsch nach weiteren Möglichkeiten der Sortierung durch Stichwörter gegeben.

Im weiteren wurde die Möglichkeit geschaffen, den eingetragenen Sprecher*innen auch die Plattform für eigene Inhalte zur Verfügung zu stellen.
Jedes interessierte Mitglied kann eigene Inhalte veröffentlichen. Theoretisch.
Denn nach fast einem Jahr kann ich sagen, diese Möglichkeit ist für die Mitglieder nicht interessant und wurde gar nicht genutzt.

Nachbeben und Filterblasen

Auch nach der ersten Welle, die mich tatsächlich etwas überrascht hat, ging es spannend weiter.
Das Projekt bekam mediale Aufmerksamkeit innerhalb aber auch außerhalb der „Behinderten-Blase“. Damit meine ich, dass auch Menschen ohne Behinderung das Projekt besuchten und spannend fanden.

Dieses Ziel war mir von Anfang an besonders wichtig.
Es geht mir zwar durchaus darum, Menschen mit Behinderung auf Bühnen zu holen, besonders wichtig aber war mir, dass diese Menschen auch über andere Themen als die Behinderung sprechen.
Außerdem möchte ich erreichen, dass Menschen mit Behinderung über ihre jeweilige Kompetenz sprechen, und dadurch Menschen mit Behinderung auf Bühnen normaler werden, als dies heute der Fall ist.

Das Projekt wurde dann z.B. im Newsletter von Raul Krauthausen erwähnt, es fand ein Interview bei den Kolleginnen der Plattform speakerinnen.org statt und ich durfte einen Artikel zur Entstehung bei Lead Digital schreiben der auch bei Focus Online veröffentlicht wurde.
Außerdem hat auch der Hosting-Sponsor spacehost ein Interview veröffentlicht.

Viele Profile vs. SPAM

Recht schnell waren 25 Profile online, die mich so euphorisch machten, dass ich mir bis zum Jahresende 50 vorgenommen habe. Jahresende 2018 wohlgemerkt. Denn nach der, für das Thema doch eher rasanten Anfangsphase, wurde es sehr ruhig.
Es plätscherten zwar ab und zu noch Neuanmeldungen rein, aber fast täglich musste ich Anmeldeversuche von SPAM Accounts löschen.

Da speakabled komplett selbst finanziert ist und nur nebenher laufen muss, wurde der Aufwand zu groß.
So habe ich die anfangs sehr einfache Registrierung ein wenig komplizierter gemacht. Auf der Seite zur Registrierung war ein Hinweis vermerkt, dass eine kurze Mail an mich nötig ist.

Möglicherweise war diese Hemmschwelle zu hoch, mittlerweile ist die Registrierung wieder auf einfachem Wege machbar, unterstützt durch ein Google reCaptcha.

Status Quo

Das Ziel, eine Plattform für Sprecher*innen mit Behinderung zu schaffen, wurde umgesetzt.
Interessierte Menschen können sich kostenlos ein Profil erstellen und so die Plattform nutzen, um für sich und die eigenen Kompetenzen zu werben.

Direkt nach Start wurde ich von mehreren Veranstaltern kontaktiert, die die Plattform spannend fanden und sie auch schon nutzten.

Bisher sind etwas über 30 Mitglieder online. Das ist auf der einen Seite schön, auf der anderen Seite allerdings viel zu wenig.

Da speakabled keine Agentur ist und jeder selbst nach passenden Sprecher*innen suchen kann, sind mir auf der „anderen Seite“ der Veranstalter leider keine Zahlen bekannt. Zwar weiß ich von ein paar wenigen aus persönlichen Gesprächen, dass sie die Plattform genutzt haben, aber kann dies nicht in Zahlen wiedergeben.

Menschen mit Behinderung sind Teil der Gesellschaft, die momentane Anzahl der Profile steht meiner Meinung nach leider in keinem realistischen Verhältnis.

Die Arbeit, die speakabled macht und vor allem gemacht hat, leider auch nicht.

Für den Fortbestand des Projektes ist es mir daher wichtig, dass die Plattform intensiver genutzt wird.
Hierzu ist weitere Bekanntheit wichtig. Viel wichtiger aber ist, dass sich viel mehr Sprecher*innen auf der Plattform finden, das ist mir klar und das würde mich freuen.

Feedback

Derzeit versuche ich herauszufinden, warum bisher so wenige Sprecher*innen sich für ein Profil entschieden haben.

Wenn du Veranstalter*in oder Sprecher*in mit Behinderung bist, freue ich mich auf dein Feedback zur Plattform, am besten direkt über das Feedback-Formular der Seite oder in direkter Kommunikation im zugehörigen Tweet den ich am Freitag hier veröffentlicht habe.

Für die nächsten 11 Monate bin ich noch guter Dinge, dass speakabled bekannt und bekannter wird und hoffe, dass sich die getane Arbeit dann auch lohnt.